1. Allgemeines zum Bericht
Was ist ein Krypto-Herkunftsnachweis?
Ein Herkunftsnachweis verfolgt den Ursprung einer bestimmten Kryptowährungsauszahlung. Die Transaktionshistorie wird über mehrere Ebenen rückwärts analysiert, um nachzuvollziehen, wie und woher die ausgezahlten Mittel ursprünglich erworben wurden.
Wofür wird ein solcher Bericht benötigt?
Der Bericht dient typischerweise als Nachweis gegenüber Banken, Steuerbehörden, Finanzämtern oder Compliance-Stellen, um die Herkunft von Krypto-Mitteln offenzulegen. Er kann zudem zur Vorbereitung steuerlicher Erklärungen genutzt werden.
Welche Informationen enthält ein Mittelherkunftsbericht?
Der Bericht stellt sämtliche Einzeltransaktionen dar, die zur analysierten Auszahlung geführt haben. Er bildet den gesamten Geldfluss als einen einzelnen, zusammenhängenden "Single Flow" ab – von der ursprünglichen Mittelquelle bis zur finalen Auszahlung.
2. Methodik und Funktionsweise
Welche Methode wird zur Nachverfolgung verwendet?
Der Bericht verwendet die FIFO-Methode (First In, First Out). Ausgehend von der analysierten Auszahlung wird die Transaktionskette rückwärts abgearbeitet, wobei jeder Abfluss dem frühesten verfügbaren Zufluss zugeordnet wird.
Was bedeutet "Ebene" im Bericht?
Die Ebene gibt die Tiefe der Nachverfolgung an. Ebene 1 ist die analysierte Auszahlung selbst. Ebene 2 zeigt, woher diese Mittel stammen, Ebene 3 deren Vorgänger usw. Je tiefer die Ebene, desto weiter zurück wird der Mittelfluss verfolgt.
Was sind "Endeinlagen"?
Endeinlagen (im Bericht grün markiert) sind die ursprünglichen Mittelquellen – der letzte nachverfolgbare Punkt in der Transaktionskette. Sie markieren, wo die Mittel erstmals in die nachverfolgte Kette gelangt sind.
Was bedeutet der Prozentsatz "Anteil"?
Der Anteil zeigt, welcher Teil der Mittel einer Transaktion zur nachverfolgten Auszahlung beigetragen hat.
3. Begriffserklärungen
Ebene: Gibt die Tiefe der Nachverfolgung an. Ebene 1 ist die analysierte Auszahlung. Ebene 2 zeigt, woher diese Mittel stammen, und so weiter.
Zufluss: Kryptowährung oder Fiatwährung, die in einer Transaktion empfangen wurde (Einzahlungen, Handelserwerbe, Belohnungen).
Abfluss: Kryptowährung oder Fiatwährung, die in einer Transaktion gesendet oder umgewandelt wurde (Auszahlungen, Handelsveräußerungen, Gebühren).
Trade: Ein Tausch einer Kryptowährung oder Fiatwährung gegen eine andere.
Einzahlung: Mittel, die von einer externen Quelle auf eine Börse oder ein Wallet eingegangen sind.
Auszahlung: Mittel, die von einer Börse oder einem Wallet an ein externes Ziel gesendet wurden.
Anteil: Der prozentuale Anteil der Mittel einer übergeordneten Transaktion, der dieser Kindtransaktion in der Nachverfolgung zugeordnet wird.
Endeinlage: Eine Transaktion, die eine ursprüngliche Mittelquelle darstellt — der letzte nachverfolgbare Punkt in der Kette.
Fehlend: Eine Transaktion, die aufgrund unvollständiger Datenimporte oder Rundungsdifferenzen nicht vollständig nachverfolgt werden konnte.
4. Nutzung des Berichts
Stellt der Bericht eine Finanz- oder Steuerberatung dar?
Nein. Der Bericht dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Für regulatorische oder Compliance-Zwecke können zusätzliche Unterlagen sowie eine professionelle Beratung erforderlich sein.
Der Herkunftsnachweis kann über den angegebenen Link verwendet werden.
5. Konkretes Beispiel
Damit die Funktionsweise greifbarer wird, hier ein vollständiges Beispiel anhand eines realen Berichts.
Ausgangssituation (Ebene 1):
Am 05.02.2025 wurde eine Auszahlung von 1.000 XRP (2.416,91 €) über OKX getätigt. Diese Auszahlung ist der Ausgangspunkt – ab hier arbeitet sich der Bericht rückwärts durch die Transaktionshistorie.
Erster Schritt zurück (Ebene 2):
Auf dieser Ebene zeigt der Bericht, woher die 1.000 XRP stammen:
04.02.2025 – Trade: +1.000 XRP gegen −600 ADA auf OKX (Anteil 100 %).
Das heißt: Die ausgezahlten XRP wurden einen Tag zuvor durch einen Tausch von 600 ADA erworben. Der Bericht muss nun klären, woher diese 600 ADA stammen.
Zweiter Schritt zurück (Ebene 3): Hier liegen die drei Endeinlagen, die zusammen die 600 ADA ergeben:
10.01.2025 – Trade: +100 ADA gegen −100 EUR (Anteil 16,7 %)
15.01.2025 – Staking: +200 ADA (Anteil 33,3 %)
25.01.2025 – Minting: +300 ADA (Anteil 50,0 %)
Insgesamt: 100 + 200 + 300 = 600 ADA → exakt die Menge, die in den XRP-Trade eingeflossen ist.
Dritter Schritt zurück (Ebene 4):
Der EUR-Trade vom 10.01. wird noch eine Ebene tiefer untersucht: Woher kamen die 100 EUR? Da diese Information im Datensatz fehlt, weist der Bericht eine "Fehlend"-Transaktion mit einem Anteil von 16,7 % aus.
Was sagt uns das?
Die 1.000 XRP setzen sich wirtschaftlich aus drei Quellen zusammen: einem kleinen EUR-Kauf, einer Staking-Belohnung und einer Minting-Gutschrift. Die Vorgeschichte des Fiat-Anteils ist nicht vollständig nachverfolgbar.
Pool-Zusammensetzung und prozentuale Verteilung
Was ist die Pool-Zusammensetzung?
Die Pool-Zusammensetzung beschreibt, aus welchen Quellen sich die ausgezahlten Mittel anteilig zusammensetzen. Sie beantwortet die Frage: Aus welchen "Töpfen" stammen meine Coins – und wie viel Prozent kommt aus welchem Topf?
So liest man den Bericht – mit einem Fehler in den Daten
Damit die Funktionsweise greifbar wird, hier ein vollständiges Durchgangsbeispiel anhand eines realen Berichts. Bewusst gewählt: ein Fall, in dem die zugrunde liegenden Daten nicht vollständig sind. So lässt sich gleichzeitig zeigen, wie der Bericht solche Lücken sichtbar macht.
Ausgangssituation (Ebene 1):
Am 05.02.2025 wurde eine Auszahlung von 1.000 XRP (2.416,91 €) über OKX getätigt.
Erster Schritt zurück (Ebene 2):
Der Bericht zeigt, woher die 1.000 XRP stammen:
04.02.2025 – Trade: +1.000 XRP gegen −600 ADA auf OKX (Anteil 100 %).
Zweiter Schritt zurück (Ebene 3) – hier zeigt sich die Lücke: Der Bericht listet vier Endeinlagen, deren Summe die 600 ADA ergeben muss:
Datum | Typ | Zufluss | Anteil |
| 10.01.2025 | Trade (100 EUR → ADA) | +100 ADA | 16,7 % |
| 15.01.2025 | Staking | +150 ADA | 25,0 % |
| 25.01.2025 | Minting | +300 ADA | 50,0 % |
K. A. | Fehlend | +50 ADA | 8,3 % |
Was ist hier passiert?
Die in CoinTracking importierten Transaktionen ergeben nur 550 ADA (100 + 150 + 300). Der Trade vom 04.02. verbraucht aber 600 ADA. Es fehlen also 50 ADA in der Historie, deren Herkunft nicht dokumentiert ist.
CoinTracking füllt diese rechnerische Lücke automatisch mit "Fehlend" auf. So bleibt der Bericht in sich schlüssig (die Summe stimmt wieder), die Lücke wird aber transparent als solche markiert.
Wie geht man mit so einem Bericht um?
Lücken identifizieren: Die "Fehlend"-Einträge zeigen genau, wo Daten fehlen – hier 50 ADA auf Ebene 3
Originaldaten prüfen: Ein Blick auf die OKX-Transaktionsliste deckt typischerweise auf, was nicht importiert wurde – z. B. eine vergessene Krypto-Einzahlung von einer anderen Wallet (die fehlenden 50 ADA). Weiter Hilfe kann in den FAQ´s dazu gefunden werden
Arbeiten mit dem Transaktionsfluss-Report
Wie überprüfe ich meinen Account?
Daten nachtragen: Die fehlenden Transaktionen können per CSV-Import, API-Verbindung oder manueller Eingabe ergänzt werden.
Bericht neu erstellen: Nach der Korrektur verschwinden die "Fehlend"-Einträge, der Anteil "Sonstige Quellen" verteilt sich sauber auf die korrekten Kategorien, und die Vollständigkeit der Nachverfolgung steigt auf 100 %.
Wichtig zu verstehen: Ein Bericht mit "Fehlend"-Einträgen ist nicht "falsch" – er ist ehrlich. Er zeigt klar an, was nachweisbar ist und was nicht. Gerade gegenüber Banken und Behörden ist das wertvoller als ein scheinbar lückenloser Bericht, dessen Lücken nur unsichtbar gemacht wurden.






