TL;DR: Wenn Deine Börse oder Wallet nicht direkt von CoinTracking unterstützt wird, kannst Du Trades trotzdem mit dem Custom Importer importieren. Dieses Tool ermöglicht einen flexiblen Import aus fast allen Quellen, solange die erforderlichen Felder korrekt zugeordnet werden. Damit eine Zeile importiert wird, müssen Kauf- und Verkaufsangaben (Menge und Währung) vollständig vorhanden sein – fehlt eine Seite, wird die Zeile übersprungen. Für große Datenmengen oder Börsen mit festen Transaktionstypen (z. B. Mining) eignet sich oft der Excel-Bulk-Import besser. Beachte außerdem, dass im Steuer-/Gewinnreport nur Veräußerungen (Verkauf, Ausgabe, Gebühr) berücksichtigt werden – Ein- und Auszahlungen gelten als interne Transfers und fließen nicht in die Gewinnberechnung ein.
Überblick Falls Deine Börse oder Wallet nicht direkt unterstützt wird, kannst Du Deine Trades mit dem Custom Importer verwalten. Das Tool erlaubt den flexiblen Import aus nahezu jeder Quelle, sofern die notwendigen Felder korrekt zugeordnet werden. Alternativ kannst Du Transaktionen manuell auf der Transaktionsseite hinzufügen oder den Excel-Bulk-Import nutzen. Der Custom Importer eignet sich besonders, wenn Du mehr Kontrolle über das Format haben möchtest oder ein großes Datenvolumen importieren musst.
Manche Börsen (z. B. Kraken) lassen sich zudem direkt über eine passende Export-Datei importieren – ohne manuelles Feld-Mapping. Prüfe daher zuerst, ob ein direkter Import möglich ist, bevor Du den Custom Importer konfigurierst.
Schritte zur Nutzung des Custom Importers
Schritt 1: Dateiformat und Einstellungen

Spaltentrenner: Wird meist automatisch erkannt. Nur anpassen, falls nötig.
Erste Zeile: Wähle die Zeile, in der Dein erster Trade steht (oft Zeile 2 bei Exchange-Exports mit Kopfzeile, Zeile 1 bei eigenen Dateien).
Doppelte Importe: Bereits importierte Trades werden übersprungen, außer Du erlaubst explizit Duplikate.
Handelsdaten-Felder:
Handelsdatum
Kaufmenge (Buy Amount) – gekaufte Menge
Kaufwährung (Buy Currency)
Verkaufmenge (Sell Amount) – verkaufte Menge
Verkaufswährung (Sell Currency)
Falls beide Währungen in einer Spalte stehen (z. B. „BTC/LTC“), definiere den Trenner unter Parameter.
Enthält eine Spalte kombinierte Werte wie „filled/order“ (durch Schrägstrich getrennt), muss über die Parameter definiert werden, welcher Teil des Werts als Kauf- bzw. Verkaufsmenge übernommen wird – es wird sonst nur ein Teilstring korrekt erkannt.
Optionale Felder:
Gebührenmenge und -währung – für Berechnungen erforderlich
Handels-ID – verhindert doppelte Importe
Kommentar – zusätzliche Infos zum Trade
Weitere Optionen:
Börsenname – weist allen Trades denselben Namen zu (z. B. Bitpanda)
Handelsgruppe – z. B. „Mining“
Einstellungen speichern – für wiederholte Importe
Schritt 2: Haupttabelle prüfen
Prüfe nach der Feldzuordnung die Vorschau-Tabelle
Werte und Daten müssen korrekt sein
Keine Fehler oder falsch ausgerichteten Daten
Schritt 3: Parameter anwenden (falls nötig) Bis zu 10 benutzerdefinierte Regeln möglich, z. B.:
Als Einzahlung deklarieren, wenn Spalte 1 = „Deposit“
Als Auszahlung deklarieren, wenn Kaufmenge = 0
Kauf/Verkauf umkehren, wenn eine Spalte „Sell“ enthält
Gebühren basierend auf Handelswert anpassen (z. B. Kaufmenge * 0,0015)
Zeilen ignorieren, wenn Spalte 7 „ledger“ enthält
Bei Derivate-/Futures-Verlustzeilen fehlt oft die Verkaufswährung. Über einen Parameter kannst Du die Sell Currency fest zuweisen, um die Fehlermeldung „Missing sell currency“ zu vermeiden.
Schritt 4: Import starten
Wenn alles korrekt ist, auf Start Import klicken
Einstellungen für zukünftige Importe speichern
Mindestangaben: Warum wird meine Transaktion nicht importiert?
Damit eine Zeile als Trade importiert wird, müssen sowohl Kauf- als auch Verkaufsinformationen (Menge und Währung/Coin) vollständig vorhanden sein. Fehlt eine dieser Angaben komplett, wird die Zeile beim Import ignoriert – auch wenn alle anderen Felder korrekt zugeordnet sind.
Was bedeutet die Fehlermeldung „Leerer Timestamp“?
Diese Meldung ist eine generische Fehlermeldung und weist meist auf ein allgemeines Formatproblem in der Datei hin – nicht zwingend auf ein Problem mit dem Timestamp-Feld selbst. Prüfe in diesem Fall die gesamte Zeile bzw. Spaltenzuordnung, nicht nur das Datumsfeld.
Wie behebe ich „Missing sell currency“ bei Derivate-/Futures-Importen?
Bei Futures- oder Derivate-Exporten (z. B. Verlustzeilen) fehlt häufig eine explizite Verkaufswährung in der Quelldatei. Über die benutzerdefinierten Parameter im Custom Importer kannst Du festlegen, dass diesen Zeilen automatisch eine Sell Currency zugewiesen wird, um den Fehler zu vermeiden.
Besonderheiten bei Futures- und Derivate-Importen
Gemischte Währungsangaben (z. B. CoinM vs. USDT): Enthält eine Export-Datei unterschiedliche Denominierungen in derselben Spalte, lässt sich das über den Custom Importer meist nicht direkt lösen. Hier hilft entweder das manuelle Hinzufügen einer zusätzlichen Spalte in der Quelldatei oder die Nutzung eines passenden Vorlagen-Templates statt des generischen Custom Importers.
Klassifizierung von Gebührentypen:
- Eine Gebühr wie „Fee to Open“ sollte als Other Fee klassifiziert werden.
- Eine „Funding Fee“ gehört dagegen zu Derivatives/Futures Loss.
- „Other Fee“ ist nicht geeignet für Einträge, die sowohl positive als auch negative Beträge enthalten – hier ist eine differenzierte Zuordnung notwendig.
Direktimport statt Custom Importer
Für manche Börsen ist ein manuelles Feld-Mapping gar nicht nötig: Kraken-Daten lassen sich beispielsweise direkt über die Ledger History-Datei importieren, ohne den Custom Importer zu nutzen. Prüfe daher zunächst auf der jeweiligen Import-Seite der Börse, ob ein direkter Import unterstützt wird. Nur wenn ein direkter Import nicht möglich ist, ist eine manuelle Zuordnung über den Custom Importer sinnvoll.
Alternative: Excel-Bulk-Import
Für größere Datenmengen oder Transaktionstypen mit festem Format (z. B. Mining) bietet sich der Excel-Bulk-Import mit vordefinierten Transaktionstypen an, statt den generischen Custom Importer zu nutzen. Die Vorlage enthält folgende Spalten in dieser Reihenfolge:
- Type
- Buy Amount
- Buy Currency
- Sell Amount
- Sell Currency
- Fee
- Fee Currency
- Exchange
- Trade-Group
- Comment
- Date
- Liquidity Pool
Die exakten Bezeichnungen der zulässigen Transaktionstypen (Type) findest Du in der entsprechenden Übersicht der unterstützten Transaktionstypen. Den Bulk-Excel-Import findest Du auf der dafür vorgesehenen Import-Seite in CoinTracking.
Klärungsfragen bei individuellen Import-Dateien
Bei individuellen Export-Formaten (z. B. mit Spalten wie „Quote Currency“, „Amount“ oder „Base Amount“) ist es hilfreich, vorab zu klären:
- Was genau bedeuten die einzelnen Spalten (z. B. Quote Currency vs. Base Amount)?
- Ist die Gebühr (Fee) bereits im Base Amount enthalten oder separat ausgewiesen?
Diese Angaben helfen, die Felder im Custom Importer korrekt zuzuordnen und Fehlberechnungen zu vermeiden.
Steuerliche Behandlung: Warum tauchen Ein-/Auszahlungen nicht im Gewinnreport auf?
Im Steuer- bzw. Gewinnreport werden ausschließlich Veräußerungstransaktionen berücksichtigt – also Verkauf (Sell), Ausgabe (Spend) und Gebühren (Fee). Einzahlungen (Deposits) und Auszahlungen (Withdrawals) gelten als interne Transfers zwischen eigenen Wallets/Börsen und fließen nicht in die Gewinnberechnung ein.
Das erklärt auch, warum der Portfolio-Wert zum Jahresanfang oder Jahresende mit 0 angezeigt werden kann, obwohl tatsächlich Bestände vorhanden sind: Wenn Bestände ausschließlich über Einzahlungen ins Konto gelangt sind (statt über Käufe), werden diese in der Gewinnberechnung anders behandelt als Trades, was sich auf die Darstellung des Portfoliowerts zu bestimmten Stichtagen auswirken kann.
Nachträgliches Bearbeiten mehrerer Transaktionen
Sollen mehrere bereits importierte Transaktionen nachträglich angepasst werden (z. B. Typ oder Klassifizierung ändern), geht das effizient über:
- Filtern der relevanten Transaktionen auf der Transaktionsseite
- Auswahl mehrerer Zeilen per Ctrl-Klick oder Shift-Klick
- Klick auf Edit, um die Auswahl gesammelt zu bearbeiten
Das Kommentar-Feld einzelner Transaktionen kann dabei als Referenz dienen, um bestimmte Transaktionstypen bei der manuellen Prüfung wiederzufinden.
Vorlagen für benutzerdefinierte Einstellungen Du kannst Importer-Einstellungen jetzt speichern, exportieren und wieder importieren.